Wahlkampf ist wie Marathonlaufen. Manche wagen sich aber auch an andere Distanzen heran. Zum Beispiel an eine Fahrradtour von Berlin nach Peking. Alleine. Von Februar bis September unterwegs. 8000 km. Oder mehr. Zum Beispiel: Unsere Sohn Johannes. Inzwischen ist er in Bischkek, Kirgisistan. Aha. Wo? Über Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien bis in die Türkei, dann Iran und weiter über Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan nach Kirgisistan. Klingt wild. Ist es auch. Dort ist er jetzt. Nächste Etappe: Kaschgar, China. Traumhaften Landschaften begegnete er ebenso wie öder Wüste. Überbordender Gastfreundschaft zum Glück viel mehr als Misstrauen und Diebstahl. Aber auch das. Mehr darüber erfahren? Sein online Tagebuch mit allen Eindrücken kann man lesen unter www.radtour.blogsport.de VIEL SPASS…
Unter diesem Titel hat der Verkehrclub Deutschland (VCD) eine Unterschriftensammlung gestartet. Mehr als 2000 Menschen sind bisher dem VCD-Aufruf gefolgt und haben per E-Mail beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einen symbolischen Antrag zur Gewährung einer Umweltprämie für ein neues Fahrrad gestellt. Jawohl, Fahrrad.
Jetzt werden dem VCD rechtliche Konsequenzen angedroht. Dabei kann ein neues Fahrrad sicher in vielen Städten als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel viele Autofahrten vermeiden helfen. Die zahlreichen “Fahrradleichen” im Aachener Stadtgebiet (defekt, verrostet, Fahrradbügel blockierend) könnten mit einer Prämie für ein funktionstüchtiges Velo eingetauscht werden. Es müssten ja nicht gleich 2.500.- € sein, für 500.- € plus Eigenbeteiligung ist schon was Ordentliches zu bekommen.
Die Fahrradmanufakturen können einen Anschub genauso wie die Autoindustrie gebrauchen. Deren Geschäftsmodell ist sicher seriöser als das von Opel.
Warum also so aggressiv gegen eine gute Idee vorgehen? Fühlt sich da jemand in Berlin ertappt?